Samstag, 17. Mai 2014

Autoreninterview - Nico Weinard



Hallo meine Lieben,

heute habe ich mal etwas anderes für euch. Letzte Woche habe ich einen Blogpost zu Kurzgeschichten von Nico Weinard veröffentlicht. Nachdem er bereits so nett war, mir seine Schätzchen zum lesen zur Verfügung zu stellen, war er jetzt auch noch bereit, sich für ein Interview von mir mit Fragen löchern zu lassen.

Ich verlinke euch hier noch einmal meinen Blogpost zu den Kurzgeschichten, damit ihr auch wisst, um was es geht :)





Und dann kann es mit dem interessanten Teil auch schon losgehen. Hier sind meine Fragen und dazu Nicos Antworten.


1. Wann kam bei dir erstmals der Wunsch auf, schreiben zu wollen?

Hui, das müsste so mit zehn oder elf gewesen sein. Mein Bruder kam damals mit einem Schwarze Auge (DSA) Abenteuer an. “Nedime - die Tochter des Kalifen”. Ich schickte meinen ersten Helden Moleidon in das Abenteuer und war sofort fasziniert. Da wir uns die ganzen Abenteuerhefte in dem Alter natürlich nicht leisten konnten, fingen wir an, selber welche zu schreiben. Moleidon bekam übrigens später die Hauptrolle in meiner ersten Geschichte.

2. Was machst du hauptberuflich? Wie viel Zeit räumst du dem Schreiben ein?

Ich arbeite beim ADAC Truckservice im Pannennotruf. Fürs Schreiben nehme ich mir natürlich so viel Zeit wie möglich, was aber jeden Tag völlig unterschiedlich ausfällt. Vorgenommen habe ich mir eine Seite pro Tag, was aber nicht immer klappt. Ich habe einen knapp dreijährigen Sohn und wenn der nach dem Kindergarten mit mir spielen will wird gespielt.

3. Wer oder was inspiriert dich?

Das kann alles Mögliche sein. Die Idee zum kompletten fünften Kapitel von “Der Schwarze Bund I - Sarxjäger” entstand, während ich mit meiner Frau ein DSA Rollenspiel gemacht habe. In “Chiara Episode Drei - Geheimnis der Danistakratie” werde ich Dinge verarbeiten, die mich zurzeit persönlich sehr interessieren: Stichwort Geldsystem, Zinsen, Rothschild etc. Vielleicht werde ich in dieser Episode auch bereits die Bilderberger einbauen.

4. Was war für dich bei der „Chronik von Chiara“ die größte Herausforderung?

Vampirgeschichten gibt es in Hülle und Fülle. Da ist es wichtig, aus der Masse herauszustechen, und nicht jedes Vampir-Klischee zu bedienen. Zugegeben, das hat in der ersten Episode nicht funktioniert.
Für Episode Zwei war der Gedanke: “Was erwartet man nach Episode Eins? Gut, dann mache ich jetzt genau das Gegenteil.”
Eine richtige Herausforderung wird nun die dritte Episode. Die muss nach Vollendung nicht nur einer Prüfung des Lektorats standhalten, sondern auch eine vorherige Durchsicht der Wissensmanufaktur, von denen ich mir das Wort Danistakratie ausgeliehen habe.

Das Chiara Cover Modell Nina hat sich mittlerweile einen Arm komplett tätowieren lassen. Nun habe ich vor, die Entstehung dieser Bilder auf ihrem Arm in die Geschichte einfließen zu lassen. Unter anderem sind eine Schlange und ein Fisch zu sehen. Da habe ich schon Ideen. Aber glaubhaft zu erklären, warum bei einem Vampir Blumen auf dem Arm auftauchen, wird schwierig.

5. Wie lange dauerte der Prozess von der ersten Idee bis zur Fertigstellung?

Völlig unterschiedlich. Die erste Episode hatte ich innerhalb von vier Tagen geschrieben. Episode Zwei waren ca zwei Wochen Schreiben + Umschreiben, dann ca 1,5 Wochen Lektorat. In der Zeit habe ich gleich die Verhandlungen für das Coverbild gemacht. Also komme ich wohl auf etwa 3,5 Wochen für die Zweite Episode.
Die ersten Ideen für den Schwarzen Bund sind mittlerweile etwa zwanzig Jahre alt. Der dritte Teil ist immer noch nicht fertig ...

6. Wie entstanden und entwickelten sich die Protagonisten?

“Chronik von Chiara” entstand anno 2008. Ich wollte an einer Ausschreibung teilnehmen. Vorgabe war es, eine erotische Horrorgeschichte mit maximal 20.000 Zeichen zu schreiben. Da denkt man natürlich an klassischen Vampirstoff. Diese Ausschreibung fand nie statt und die Geschichte versauerte auf meinem Rechner. 2014 hatte ich sie wieder hervorgeholt, ein paar Fehler verbessert, für gut befunden und dann veröffentlicht.
Dann habe ich mir überlegt, wie die Geschichte weitergehen könnte und einfach mal drauflos geschrieben. Zwischen Episode Eins und Zwei liegen also sechs Jahre.
Die Protagonisten entwickeln sich in Episode Eins überhaupt nicht. Sie agieren einfach ihrer Rolle entsprechend. Ein Umstand, der mir (zurecht) bei diversen Kritiken angekreidet wurde.
Ab Episode Zwei gibt es bei Chiara eine Entwicklung. Sie wird vom ängstlichen Opfer zur Jägerin. Diese Entwicklung wird dann in Episode Drei weitergehen.

7. Was magst du an Chiara besonders und was macht sie für dich einzigartig?

Chiara hat, obwohl sie jede Nacht Blut benötigt, eine gewisse Unschuld bewahrt. Sie unterteilt die Menschen in (nach ihrem Urteil) Gut und Böse und konzentriert sich darauf, nur die Bösen zu töten.
Einzigartig werden die Charaktere für einen Autor automatisch, da man immer wieder eigene Ansichten in die Handlung eines Charakters mit einfließen lassen kann.

8. Gab es während des Schreibprozesses Blockaden? Wenn ja, wie überbrückst du diese?

Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, an zwei Geschichten gleichzeitig zu schreiben. Das klingt erstmal kompliziert. Aber im Endeffekt ist es so, dass wenn man bei einer Geschichte mal nicht weiter weiß, man einfach bei der anderen weitermachen kann. Das funktioniert ganz gut.
Das wichtige bei einer Blockade ist, dass man auf jeden Fall weiterschreibt. Wenn das bei der aktuellen Geschichte nicht geht, schreibt man einfach irgendwas anderes: Eine andere Geschichte, eine Rezension, eine lange Email … Hauptsache man schreibt. Dann gehen Blockaden meist auch wieder weg.

9. Welche anderen Interessen und Hobbies hast du außerdem?

Da wäre als Erstes natürlich mein Sohn. Endlich hat man wieder einen Grund, um mit Lego zu spielen, Sandmännchen zu schauen und wilde Karussells zu betreten. Ansonsten bin ich sehr musikinteressiert und versuche, so viele Festivals und Konzerte wie möglich mitzunehmen.

10. Du schreibst derzeit an einer neuen Episode. Wovon handelt sie und wann wird diese vor­aussichtlich veröffentlicht?

Chiara muss sich von nun an selber durchs untote Leben schlagen. Da noch alles neu für sie ist, hängt sie sich an den ersten Vampir, der ihr über den Weg läuft. Dort trifft sie auf eine Gilde, die sich selbst Danistakraten nennt. Zuerst stellt sie sich in den Dienst dieser Gilde, stellt aber schnell fest, dass dies nicht der richtige Weg für sie ist. Sie beginnt, selbstständig zu denken und eigene Entscheidungen zu treffen. Schnell werden die Danistakraten zu gefährlichen Gegnern …

Wann “Episode Drei - Geheimnis der Danistaratie” veröffentlicht wird kann ich noch nicht sagen. Als Erstes steht gerade der dritte Teil vom Schwarzen Bund auf meiner Prioritätenliste.


Ich bedanke mich sehr für dieses Interview, wünsche dir weiterhin viel Erfolg und hoffe, dass die dritte Episode von "Chronik von Chiara" den gleichen Anklang finden wird, wie ihre Vorgänger.



So meine Lieben, das waren meine Fragen an Nico. Ich finde den kleinen Einblick in sein Autorenleben wirklich sehr interessant und freue mich schon darauf, mehr von ihm zu lesen. Für alle, die noch ein bisschen mehr über ihn erfahren möchten, verlinke ich hier auch noch seine Webside.




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