Montag, 5. Mai 2014

Make it count - Carrie Price




Make it count - Carrie Price (Rezension)

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Preis: 9,90 €
Seitenzahl: 247 Seiten
Genre: Roman
Format:Taschenbuch
Erscheinungsdatum: März 2014





Lynn Chase ist Anfang zwanzig und hat das öde Kleinstadtleben hinter sich gelassen, mit dem sie viel Schmerz und Schuldgefühl verbindet.

Am renommierten Kensington College in Boston versteckt sie sich hinter einer ausgeklügelten Fassade aus dummen Mutproben und bitterem Sarkasmus. Doch auch hier in ihrem neuen Leben kann sie die Dämonen ihrer Vergangenheit nicht abschütteln.

Jared Parker ist der einzige, der sie durchschaut. Sein unverschämt gutes Aussehen beflügelt Lynn nicht nur in ihren Träumen. Er lässt ihr Herz höher schlagen und Lynn schafft es nicht, gegen seine Reize immun zu sein.

Wie schafft er es nur, sie einzig mit seinem Blick so tiefgehend zu berühren? Und warum wird sie das Gefühl nicht los, dass Jared etwas vor ihr verbirgt? Wird Jared es schaffen, Lynns harte Schale zu durchbrechen und ihr Herz zu erobern?



Hinter der Autorin Carrie Price versteckt sich Adriana Popescu, von der ich allerdings bisher kein Buch gelesen habe. Ihr Schreibstil ist recht angenehm und flüssig zu lesen und gerade deshalb war ich sehr enttäuscht vom Buch. Denn ich frage mich immer wieder, wie es intelligente Frauen schaffen, so einen Schwachsinn zu Papier zu bringen.
Wobei ich gestehen muss, dass ich weiß, dass ich scheinbar eine der wenigen Frauen bin, die dieser Art von Literatur nichts abgewinnen kann. Ein Großteil der anderen Leser bewertet solche Bücher meist übertrieben gut. Eine Zielgruppe ist für solche Geschichten also durchaus zu finden.

Aber hierbei geht es ja um meine Meinung und ich muss sagen, dass ich den Charakteren des Buches nichts abgewinnen konnte. Bereits nach zwanzig Seiten war ich von ihnen so sehr genervt, dass ich das Buch weglegen musste. Es ist ein ziemlich dünnes Buch und ich habe sage und schreibe eine Woche gebraucht, um mich durch diese Geschichte zu kämpfen. Lynn ist von Grund auf negativ. Das kann ich durchaus verstehen, weil ihr etwas furchtbares passiert ist. Allerdings kann ich nicht nachvollziehen, wie sich das schlagartig gerade immer in dem Moment ändert, wenn Jared auf der Bildfläche erscheint. Das erscheint mir immer ein wenig schizophren. Jared ist ein gutaussehender Schlägertyp, der allem Anschein nach nicht viel im Hirn hat und sich eine Karriere als Kellner und Türsteher erarbeitet hat. Er ist also alles andere als der Typ Mann, der das Herz einer scheinbar intelligenten Studentin höher schlagen lassen sollte. Aber in diesem Buch ist das so. Auch ihm ist etwas Schlimmes passiert und auch er lässt normalerweise niemanden an sich heran. Da haben sich also zwei gesucht und gefunden.

Zur Handlung gibt es leider nicht viel zu sagen. Das meiste ist im Klappentext schon erwähnt, was sehr schade ist, wenn man bedenkt, dass das Buch nicht sehr viele Seiten hat.

Meine schlechte Meinung über das Buch hat nichts mit übertriebener Emazipation zu tun. Nur kann ich nicht verstehen, wie gerade Frauen so einen Schwachsinn über und für andere Frauen schreiben. Das Genre an sich finde ich gar nicht uninteressant. Aber was daraus gemacht wird, hat für mich RTL-Niveau. Warum werden Frauen in solchen Geschichten immer als Dummchen dargestellt, die ohne den Übermann (der in diesem Fall eine totale Niete war) ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen? Intelligente, selbständige Frauen stehen nicht weniger auf Sex und clevere, starke Männer. Außerdem nervt mich an diesen Büchern, dass die Handlung mit wenigen Worten erzählt ist, aber sie in dem meisten Fällen (hier waren es zwar nur etwa 250 Seiten, aber mehr hätte ich auch nicht ertragen) hunderte von Seiten ausfüllt, weil etwa zu fünfzig Prozent ein Stell-Dich-Ein nach dem anderen stattfindet. Ohne Sinn und Verstand wird versucht, mit seichter, belangloser Unterhaltung ohne Tiefgang, die Seiten zu füllen. 
Falls ihr ein Buch aus diesem Genre kennt, bei dem es anders ist, immer her mit den Empfehlungen. Denn sehr viele Enttäuschungen dieser Art stehe ich nicht mehr durch. Irgendwann wird es dann so weit sein, dass ich solchen Büchern einfach gar keine Chance mehr gebe.


Ein Buch wie jedes andere aus diesem Genre. Hat man eins von ihnen gelesen, hat man alle gelesen. In etwa so ist es bei diesem Buch auch. Die scheinbar toughe Lynn, die sich leider doch nur durch eine nicht gerade herausragende Intelligenz und einen fragwürdigen Männergeschmack auszeichnet, passt genauso wie der gesamte Rest zu dieser seichten Unterhaltung ohne Tiefgang. "Make it count" ist definitiv ein Buch, das man nicht unbedingt gelesen haben muss.



Gestaltung: 2,5/5
Idee der Geschichte: 2/5
Umsetzung: 2/5
Charaktere: 2/5
Sprache: 4/5
Unterhaltungswert: 2/5
Ideenreichtum: 2/5
Nachdenklichkeit: 2/5
Bildungswert: 2,5/5
Lesetempo: 3/5
Gesamte Punktzahl: 24/50  

Wie alle anderen Bücher dieses Genres konnte mich auch "Make it count" nicht überzeugen, weshalb ich nur zweieinhalb von fünf Büchern vergeben kann. Gern würde ich künftig Bücher aus diesem Genre lesen, in dem clevere, starke Frauen die Hauptrolle spielen. Und ein bisschen mehr Handlung würde diesen Geschichten auch nicht schaden.



Kommentare:

  1. Uuuii das überrascht mich jetzt etwas, mich konnte das Buch nämlich auf alle Fälle überzeugen. Muss aber auch zugeben, dass ich generell auf solche Bücher stehe ;D einfach so um sich zwischendurch berieseln und schön unterhalten zu lassen. Klar gibt es Bücher, die weitaus mehr Tiefgang haben (hierzu zählt meiner Meinung nach z.B. Weil ich Layken liebe). Aber irgendwie geh ich auch nicht mit dieser Erwartung an New-Adult Bücher ran. Wobei du natürlich recht hast, dass das durchaus umsetzbar wäre und es viel mehr Bücher in diesem Genre mit mehr Tiefgang geben könnte.

    Ich mag Adrianas Schreibstil, da kann ich beim Lesen einfach abschalten :)

    Schade, dass es für dich so eine Enttäuschung war. Hast du Weil ich Layken liebe schon gelesen? Vielleicht wär das ja was ;) :)

    Dein Blog-Design war ja vorher schon der Hammer, aber sieht toll aus was du jetzt noch verändert hast, den Rahmen, die Eulen <333 sehr sehr hübsch!

    Liebste Grüße
    Juliana

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu meine Liebe,

      meine Erwartungen an solche Bücher sind scheinbar einfach zu hoch. Hatte vorher schon Rezensionen zum Buch gelesen, die alle durchweg sehr gut ausgefallen sind. Genau deshalb hatte ich mir das Buch überhaupt gekauft. Tiefgang hin oder her, mich stört einfach das Frauenbild, was in diesen Büchern vermittelt wird. Außerdem stört es mich sehr, dass es in Büchern dieser Art meist kaum Handlung gibt, die es zu erzählen lohnt. Aber ich hab die Hoffnung noch nicht aufgegeben :)
      Zu "Weil ich Layken liebe" habe ich schon viele gute Rezensionen gelesen. Wahrscheinlich wird es auch bei mir ein Zuhause finden und ich hoffe einfach mal, dass es mir gefallen wird :) Danke für den Tipp!

      Liebe Grüße und fühl dich gedrückt,
      Nicole

      Löschen
  2. Mir gefallen nur wenige New Adult Bücher ... Eben, weil die Frauen gleich so hirnlos werden. Ich hab mich selber mal versucht eine starken, cleveren Frau in einen New Adult Roman zu werfen. Mal sehen, wenn es verlegt wird, ob es was geworden ist :,D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh, da bin ich auf jeden Fall mal gespannt drauf! Würde mich freuen, wenn es da auch mal etwas Sinnvolleres für mich geben würde :)
      Ich drück dir die Daumen!

      Liebe Grüße,
      Nicole

      Löschen
    2. Ich fand "Einfach. Liebe" gut, aber einige finden das auch so hohl, aber da war die Chemie der Charas ganz nett. Und der männliche HC war so toll, dass mir der weibliche egal war :,D

      Löschen
  3. Amen!
    Ich bin komplett deiner Meinung.
    Für mich ist dieses Genre einfach nichts, da es halt oft einfach nur um ein Stell-Dich-Ein nach dem anderen geht und die Charaktere oft einfach austauschbar wirken bzw. alle nach dem gleichen Schema aufgebaut sind (jedenfalls wenn ich mir die Klappentexte bei mir auf der Arbeit anschaue).
    Immer ist die Frau schüchtern, unerfahren und/oder zurückhaltend und dann ist auf der anderen Seite immer so ein knallharter, mega gut aussehender (ja ne, is klar), Obermacker und weiht die arme Unschuldige erst einmal in alles ein.


    Wünsche Dir noch einen tollen Tag/Abend
    Cuppy
    http://www.cuppyswelt.wordpress.com

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hehe, das hast du schön geschrieben :) Ich freue mich, dass es doch die ein oder andere Frau gibt, die meine Meinung teilt und ich doch nicht so ganz allein damit dastehe.

      Dir auch noch einen tollen Tag/Abend :)
      Liebe Grüße,
      Nicole

      Löschen